Fasse dich kurz, bitte!

Muss die ei­ge­ne Re­de­zeit bei je­dem Ge­spräch so­lan­ge aus­ge­dehnt wer­den, bis die Zu­hö­rer ge­nervt ab­schal­ten? “Fas­se dich kurz”, soll­te man dem Schwa­feln­den entgegenschleudern.

Es gibt vie­le Men­schen, die dre­hen das be­reits Ge­sag­te – ge­würzt mit Phra­sen und Wort­hül­sen – im­mer und im­mer wie­der durch den ver­ba­len Fleisch­wolf. So­lan­ge, bis die Mas­se als Brei her­aus­quillt. Im­mer wie­der er­lebt man Re­de­bei­trä­ge, bei de­nen schon zur Halb­zeit klar ist, was der Punkt ist. Das ist zeit­rau­bend und ermüdend.

Sich kurz fassen - eine alte Tugend
Auf­nah­me aus dem Tech­nik­mu­se­um in Berlin

Da­bei kann man beim Re­den für sich selbst we­nig Neu­es ler­nen (au­ßer das Aus­for­mu­lie­ren zu üben). Und nichts Neu­es zu er­fah­ren, kann kein Ziel sein. Da­her fas­se ich mich kurz und höre den an­de­ren lie­ber zu, als alte Ge­schich­ten aufzuwärmen.

Das be­deu­tet nicht, dass ich zu den Din­gen kei­ne Mei­nung hät­te. Über vie­le The­men, die ak­tu­ell dis­ku­tiert wer­den, weiß ich Be­scheid und ken­ne das ein oder an­de­re Ar­gu­ment. Nur müs­sen mei­ne Ge­dan­ken halt nicht im­mer aus mir heraus.

Lö­sung: Der ge­neig­te Viel­red­ner könn­te sich be­wusst ein­mal zu­rück­hal­ten. Und sich, wäh­rend der an­de­re re­det, eine ge­schei­te Fra­ge über­le­gen – und dann von sei­nen Ge­gen­über lernen.