Ein Übermaß an Etikette

Ab wel­chem Aus­maß fängt höf­li­ches Ver­hal­ten an zu ner­ven? Kann man eine ei­gent­lich gute Sa­che wie die Eti­ket­te auch über­rei­zen? Ja, ich ken­ne da jemanden.

Ich habe ei­nen Kol­le­gen, der in jede Bü­ro­tür hin­ein­grüßt, je­dem in der Kan­ti­ne ei­nen gu­ten Tag wünscht und sich zu je­dem Fei­er­abend ver­ab­schie­det, als wür­de der Jah­res­ur­laub an­ste­hen. Und wenn die Wün­sche (wie es nun mal üb­lich ist) zu­rück­ge­spie­gelt wer­den, wird noch ein­mal aus­führ­lich gedankt.

Ich fin­de das grund­sätz­lich groß­ar­tig, denn das Kom­mu­ni­zie­ren im All­tag liegt mir nicht son­der­lich. Es gibt aber ei­nen Ha­ken: In Si­tua­tio­nen, in de­nen die An­ge­spro­che­nen te­le­fo­nie­ren, dis­ku­tie­ren oder es ei­lig ha­ben, schlägt die Höf­lich­keit ins Ge­gen­teil um. Da muss man den Höf­li­chen bremsen.

Lö­sung: Manch­mal scheint es mir an­ge­brach­ter zu sein, nicht auf sich auf­merk­sam zu ma­chen. Und trotz­dem wer­den die Mit­men­schen ei­nem gute Ma­nie­ren at­tes­tie­ren. Denn Rück­sicht ist eben auch eine Tugend.